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Hanford10Am 9. August 1945 warfen die USA die erste Atombombe, über die japanische Stadt Nagasaki ab. Das Plutonium dafür wurde in Hanford im Meiler B Reaktor hergestellt. Auf dem riesigen Gelände worauf sich weiter Meiler standen, wurde bis in die 8o Jahre das Plutonium für den Bau aller US Atombomben hergestellt. Seit 2001 finden auf diesem Areal die weltweit größte Entgiftungsaktion statt.

Bei Handford hat man es mit einem 1.500 Quadratkilometer großen Wüsten und Steppenland im Südosten des Staates Washington zu tun. Ab 1947 wurden hier in neun Reaktoren Plutonium produziert, welche direkt am Ufer des Columbia River erbaut worden sind.

Das Manhattan Projekt, wie das Nuklearwaffenprogramm der USA im Zweiten Weltkrieg genannt wurde, unterlag strengster Geheimhaltung. Weshalb jene zwei Ortschaften, welche sich auf dem Areal befanden kurzerhand evakuiert worden sind, steht das Herzstück der Anlage.

Ein Gewölbe, in dem einst die Brennelemente in den Reaktor eingeführt wurden. In dessen Mitte steht ein elf Meter hoher Granitblock, in dem sich 2.004 horizontale Prozess- Röhren mit einem Durchmesser von circa vier Zentimeter befinden. In diesen Röhren wurde das Uran geschoben. Der laufende Reaktor musste mit Unmengen an Wasser gekühlt werden. Dazu wurden dem Columbia River rund 300.000 Liter pro Minute entnommen. Mit neun horizontale angebrachte Kontrollstäben aus Bor wurde atomare Reaktion kontrolliert. Ein 25 Zentimeter dickes aus Gusseisen hergestelltes Hitzeschild ummantelte den Reaktorblock, das wiederum von einer anderthalb Meter dicken Schicht aus Stahl und Holz ummantelt war. Im September 1944 erfolgte in diesem Reaktor die erste atomare Kettenreaktion.

50.000 Mann wurden zum Bau der Anlage angeheuert. Dessen Verpflegung galt als logistische Herausforderung. Da täglich 2.500 Kilogramm Würstchen gebraten, 100 Kilo Butter verarbeitet und 15 Tonnen Kartoffel geschält werden musste. Die Arbeiter rauchten pro Tag 16.000 Päckchen Zigaretten und tranken in einer Woche 55.000 Liter Bier. So wurde in nur elf Monate der Reaktor gebaut, welcher bis 1968 in betrieb war.

Jahrzehnte später sollte sich nun offenbaren, welche katastrophale ökologische Kollateralschäden die Erbauer der Nachwelt hinterlassen haben. Wegen der Geheimhaltung waren zivile Kontrollen der Anlage erst 1987 möglich. Nun offenbarte sich das, was zum Skandal wurde.

Mit hochradioaktiven Abfall wurde umgegangen, als würde es sich um profanen Hausmüll handeln. Der einfach im Erdreich vergraben oder in Abwassergräben gekippt worden ist. Das Grundwasser war somit hochradioaktiv kontaminiert. Radioaktive Wolken hüllten großräumige Flächen ein.

Tausende in Schutzkleidung und mit Atemschutzmasken ausgerüstete Arbeiter Entkontaminieren die neun Reaktoren und deren Umgebung. Bisher wurden 2.000 Stellen ausgemacht, wo hochradioaktiven Abfall im Erdreich vergraben worden ist. Schätzungen gehen von bis zu 2 Billionen Liter kontaminierter Flüssigkeit aus, welche im Erdreich einsickerte.

Allein 100.000 ausgebrannte Brennstäbe lagern in Wasserbecken. Eines der größten Probleme stellen die im Boden vergrabenen Metalltanks dar, in denen 240 Millionen Liter hochverseuchten Schlamm gelagert wurde. Die Behälter rosten, wodurch Millionen Liter hochradioaktiver Schlamm das Erdreich verseucht. Jene zu entsorgen gilt als aufwendigste und kostspieligste Herausforderung. Vorgesehen ist ein Verfahren, beidem der atomare Müll eingeschmolzen werden soll um in dann in einem noch nicht vorhandenes atomare Endlager zu lagern.


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