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KohleDeutsche Steinkohlekraftwerke werden vor allem mit Importkohle betrieben, etwa aus Kolumbien. Dort schreckt man auch vor Mord an Gewerkschaftern nicht zurück.
 
Zwölfstündige Arbeitstage, Atemwegserkrankungen und Wirbelsäulenschäden stehen für die Bergleute auf der Tagesordnung. Auf einer Veranstaltung der Menschenrechtsorganisation Fian und der Klima-Allianz in Berlin berichteten jüngst Arbeiter über die Arbeitsbedingungen im kolumbianischen Kohlebergbau und die Unterdrückung gewerkschaftlicher Arbeit.
 
Im Jahr 2001 wurden zwei Gewerkschafter des Tagebaus von Paramilitärs ermordet. Die Mörder wurden zwar inzwischen verurteilt, Die Gewerkschaft erhebt jedoch schwere Vorwürfe gegen die US-Firma Drummond, die den Tagebau federführend betreibt: „Wir wissen aufgrund der Aussagen vor Gericht, dass Drummond die Paramilitärs beauftragt und bezahlt hat.“, so ein Gewerkschaftler. 
 
Die indigene Gemeinde Tamaquitos befindet sich am Rande des weltgrößten Kohletagebaus in der Region La Guajíra. Sie soll langfristig dem Tagebau weichen. Gemeindesprecher Nilson Ramirez berichtet von gesundheitlichen Problemen durch den Kohlestaub und Umweltverschmutzung durch Abwässer des Tagebaus.
 
Kolumbien ist nach Russland wichtigster Lieferant von Steinkohle für deutsche Kohlekraftwerke. Deutschland besitzt nur noch wenige eigene Steinkohlebergwerke – deutsche Steinkohle, von gut bezahlten Kumpeln gefördert, ist relativ teuer. Der Ausstieg aus der Steinkohle ist beschlossen, die Abhängigkeit von Importkohle wird weiter steigen.
 
Zehn neue Kohlekraftwerke sind zurzeit im Bau, davon sind acht Steinkohlekraftwerke. Die meisten Kraftwerksbetreiber sind Kunden von Cerrejón. Nach Informationen der Klima-Allianz bezieht vor allem Eon Kohle aus Kolumbien, aber auch die Stadtwerke-Konsortien Südweststrom und Trianel, RWE und Großkraftwerk Mannheim haben Verträge mit Cerrejón.
 
Eon weist die Vorwürfe zurück und betont, bei der Beschaffung von Kohle Umwelt- und Sozialstandards zu beachten. Zwar habe es in der Vergangenheit Probleme gegeben, aber inzwischen erfülle Cerrejón „die Kriterien bezüglich Einhaltung der Menschenrechte, Arbeitssicherheit und Umweltschutz-Standards bereits zu einem großen Teil“.
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