Subscribe:Posts Comments

You Are Here: Home » Allgemein, Die Umwelt » Die Macht über den Samen

monsanto-roundup20Immer weniger Züchter: Aktivisten fürchten um die Vielfalt auf dem Acker und auf dem Teller.

Saatgut ist für viele Menschen ein hochemotionales Thema. Denn wer es hat, kontrolliert in erheblichem Maße, was auf unseren Tellern landet. Das erklärt, warum die vorgestellten Vorschläge der EU-Kommission für das Saatgutrecht in der Lage sind, die Gemüter derart zu erhitzen.

Schon bislang konzentrierte sich die Macht über die Samen auf wenige Unternehmen. Die vier größten Züchter kommen auf 58 Prozent des globalen Marktes für Saatgut, das mit Eigentumsrechten geschützt ist. 1985 waren es noch sieben Prozent. Ganz vorne stehen die US-Konzerne Monsanto und DuPont (Pioneer) sowie die Schweizer Firma Syngenta und die französische Groupe Limagrain.

Besonders Monsanto kauft zusehends neue Zuchtunternehmen wie die Sparten Raps- und Roggensaatgut sowie den Vertrieb von Mais und Sonnenblumen des niedersächsischen Züchters Dieckmann Seeds ein. Der weltweit größte Gemüsezüchter Seminis gehört schon länger zu dem US-Unternehmen.

Für die Verbraucher kann die zunehmende Konzentration dazu führen, dass das Lebensmittelangebot weniger vielfältig wird. Die Debatte über die Kartoffelsorte Linda veranschaulicht den Unmut, den diese Monopolisierung des Saatguts hervorruft: Nach 28 Jahren zog Züchter Europlant 2004 die Zulassung für die Kartoffelsorte zurück. Diese ist laut Gesetz aber nötig, um Pflanzen zu verkaufen.

Viele Verbraucher dagegen wollten weiter die Kartoffel essen, die ihnen besonders gut schmeckte. Agraraktivisten starteten die Kampagne „Rettet Linda“, pflanzten die Kartoffel trotz Verbots weiter aus und erreichten schließlich die Wiederzulassung.

Monsanto ist eine chemielastige Landwirtschaft. Denn deren Pflanzen werden zum Beispiel per Gentechnik so verändert, dass sie widerstandsfähig gegen bestimmte Pestizide sein sollen. Das erleichtert es konventionellen Bauern, auf umweltschädliche Monokulturen zu setzen, also mehrere Jahre auf derselben Fläche die gleichen Früchte anzubauen. Was unlängst zu mehr Einsatz von Dünger und Pestiziden führte. Letztlich werden die Böden ausgelaugt und Unkraut resistent. In den USA sind mittlerweile Millionen Hektar einst Landwirtschaftliche Flächen aufgegeben worden. Das Unkraut hat Monsanto besiegt!


© 2015 kill-co2.de · Subscribe:PostsComments · Powered by WordPress