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erde mond20Am 9.Mai 2013 haben zu ersten Mal Wissenschaftler auf Hawaii in der Luft eine Treibhausgaskonzentration von 400 pro Millionen Teile gemessen. Das zu 100 Prozent von Menschen verursacht ist. So hoch wie an diesem 9.Mai sei die Treibhausgasbelastung der Atmosphäre zuletzt vor zwei Millionen Jahren gewesen.

Die Bedingungen für atmosphärische Untersuchungen sind ideal auf dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa, die Höhenluft unterliegt kaum lokalen oder von Menschen verursachten Einflüssen, die nächste Industrieschlote sind tausende Kilometer weit weg. Seit Beginn der Messreihe 1958 hat sich an der Ausrüstung und den Messmethoden nichts wesentlich verändert, die Wissenschaftler nehmen vier Proben pro Stunde. 1958 waren darin 315 Teile Kohlendioxid pro Million Teile Luft enthalten, 1970 waren es 324 ppm (parts per Million).

Als die Staatschefs der Welt 1992 auf dem Gipfel von Rio de Janeiro die Klimarahmenkonvention beschlossen, registrierten die Wissenschaftler bereits 354 ppm. Man wollte gefährliche Störungen des Klimasystems der Erde vermeiden, heißt es in der Konvention. Seit 20 Jahren treffen sich alljährlich die 195 Staaten, welche die Vertragsstaatenkonferenz COP unterschrieben haben.

Doch statt der klimatischen Entwicklung Einhalt zu gebieten, steigt Jahr für Jahr die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre weiter an. In diesem Frühjahr registrierten erstmals alle Messstationen dieser Welt Werte oberhalb von 400 ppm.

Die Wissenschaft hat ziemlich genau berechnet ab welchen Punkt gefährliche Störungen eintreten werden. Jenseits von einer Konzentration von 450 ppm wird die globale Oberflächentemperatur um zwei Grad im Durchschnitt steigen. Die Forscher haben Elemente ausgemacht, wie die Permafrostböden: Unter der dauer gefrorenen Erde Sibiriens und Nordamerika sind Abermillionen Kubikmeter Methan eingesperrt. Wenn es austritt, heizt es den Klimawandel zusätzlich an. Der Effekt ist bei Methan 21 Mal so stark wie bei Kohlendioxid.

An den Polen verläuft die Erderwärmung deutlich schneller als am Äquator, eine um zwei Grad gestiegene Globaltemperatur bedeutet dort fünf bis sechs Grad mehr. Durch die Erwärmung schmilzt das Eis. Die Unbedeckten Wasseroberflächen reflektiert aber die Sonnenenergie nicht mehr, das dunkle Meerwasser schluckt die Energie, speichert sie und beschleunigt so die Erderwärmung weiter.

Die Klimadiplomaten haben auf ihrer Vertragsstaatenkonferenz im Jahre 2010 deshalb das Zwei- Grad Ziel beschlossen. Dazu müssen die Emissionen spätestens 2020 jährlich sinken. 2050 sollen die Emissionen dann 80 Prozent unter dem Niveau von 1990 liegen und in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts muss die Wirtschaft praktisch ohne fossile Rohstoffe auskommen. Im bestehenden Regime, dem Kyoto Protokoll von 1997, müssen nämlich nur die Industriestaaten ihre Emissionen reduzieren. Sie sind für 80 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich, weshalb sie sich im Kyoto Protokoll verpflichteten, ihre Emissionen bis 2012 um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Allerdings haben die USA als ehemals größter Kohlendioxid Produzent das Protokoll nie in nationales Recht umgesetzt. China ist heute zum größten CO² Verursacher aufgestiegen, Schwellenländer wie Brasilien, Indien, Saudi Arabien oder Südkorea in die Top Ten der größten Klimasünder aufgerückt. Auch auf diese Veränderungen muss die Klimapolitik reagieren.

Seit Jahren wird nun um einen neuen Vertrag verhandelt, im Dezember finde der nächste große Klimagipfel in Paris statt. Er soll endlich eine Einigung bringen. Zugleich ist Paris aber auch die Letzte Chance der Klimadiplomatie. Sollten die Staatsvertreter tatsächlich einen neuen Weltklima Vertrag beschließen, bleiben lediglich vier Jahre Zeit, um diesen zu ratifizieren, ihn in nationales Recht umzuwandeln. Die Erfahrung zeigt das dieser Prozess zeitraubend ist. Beim Kyoto Protokoll dauerte es acht Jahre, bis der Vertrag gültig wurde.

Wie schwierig internationaler Klimaschutz ist, verdeutlichen die nackten Zahlen: In der Erdkruste sind insgesamt noch 12.000 Gigatonnen fossiler Kohlenstoff vorhanden genug um die globale Oberflächentemperatur auf 50 Grad anzuheizen. Immer tiefer dringen die Ölkonzerne in die schmelzende Arktis vor, um den Schmierstoff des Kapitalismus zu fördern, immer tiefer werden Bohrungen in den Meeresboden gerammt, immer euphorischer werden neue Technologien wie das Fracking propagiert. Soll der globale Temperaturanstieg aber auf zwei Grad begrenzt werden, müssen 11.770 Gigatonnen dieses Kohlenstoffvorrats in der Erde bleiben. Verbrannt, also zu Treibhausgasen umgewandelt werden dürfen lediglich noch 230 Gigatonnen.

Sollten Russland, Saudi Arabien, Angola oder Venezuela auf die Förderung von Öl oder Gas verzichten, käme das einen Selbstmord gleich. Gesellschaften die ihren Reichtum auf das fördern von fossilen Brennstoffen gründen, haben ebenfalls kein Interesse an einem Rückgang. Nun warum sollten erstere den Kohlenstoff in der Erde belassen, wenn nicht einmal die deutsche Bundesregierung die Braunkohleförderung in Deutschland fördert?

Es geht in der Klimadiplomatie aber längst nicht mehr nur um Treibhausgase: Beschlusslage ist ebenfalls, dass die Industriestaaten ab 2020 jährlich 100 Milliarden US- Dollar in den globalen Süden transferieren. Denn dort sind die Folgen der Erderwärmung bereits heute zu spüren. Stürme, Dürren und Überschwemmungen nehmen zu. Den Ländern fehlt das Geld, die verheerenden Auswirkungen zu begegnen. Für die Jahre bis 2020 stellen die Industriestaaten jeweils 2,5 Milliarden Dollar zur Verfügung, woher die fehlenden 97,5 Milliarden kommen sollen, ist derzeit völlig offen. Hierzu brachte es vielerorts die Parlamente, welche die Finanzmittel bewilligen müssten. Was sind dann die Absichtserklärungen noch wert?

Auf dem Spiel steht aber noch mehr als nur die Stabilisierung des Weltklimas. Die Klimakonferenz in Paris wird auch darüber entscheiden, ob die Vereinten Nationen in der Lage sind, Menschheitsprobleme des 21. Jahrhunderts zu lösen. Keine andere multilaterale Organisation hat sich demokratische Prinzipien in den Maßen zu eigen gemacht wie die UNO. Jeder Staat hat eine Stimme, beschlossen werden kann gemäß UN- Statuten nur, was alle Staaten mittragen. Zudem hat jede Interessengruppe Zugang zu den Verhandlungen. Ob Weltbank, Wirtschaftslobbyisten, Umweltverbände sowie Indigene Verbände. Kein anderer Prozess in der Menschheitsgeschichte ist über zwei Jahrzehnten je transparenter verlaufen als die Klimadiplomatie unter dem Dach der UNO.

Paris hat auch zu befinden, ob Umweltskandale vom Ausmaß von VW im einundzwanzigsten Jahrhundert gänzlich zu verhindern sind. Warum nicht einen Gerichtsbarkeit bei der UNO ansiedeln, die vollkommen öffentlich und transparent ist. Die in Umweltskandalen wie den von VW nachgeht, aufdeckt und verurteilt. VW hat seit 2008 ihre Fahrzeuge vorsätzlich manipuliert und dabei in kauf genommen, das ihr Autos, bis zu 30 Prozent mehr an Schadstoffen ausstoßen. Kläger sind dann Umweltverbände, Weltbürger und Tierschutzorganisationen, sowie staatliche Organisationen!

Es ist notwendig, Schiedsgerichte Weltweit zu verbieten!


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