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DachAbwasser ohne Chemie klären, dabei das Klima schonen und Geld sparen. Was sich anhört wie eine Zukunftsvision, ist bereits Realität.

Nach diesem Prinzip funktioniert auch die von ihm entwickelte Pflanzenkläranlage, die auf dem Dach von Gebäude 21 des Traktorenwerkes beheimatet ist.

Auf dem Dach mit einer Fläche von 140 Quadratmetern klären dort ausgesuchte Pflanzen Industrieabwässer und das ganz ohne chemische Zusätze und mit geringem Wartungsaufwand. Zehn Kubikmeter Abwasser werden derzeit pro Tag über die Pflanzenkläranlage gereinigt. Das entspricht einer Wassermenge von etwa 70 vollen Badewannen.

Die Idee für die Anlage entstand 1998, auf die Frage: Was passiert eigentlich mit unserem Abwasser. Biologische Pflanzenkläranlagen gibt es im Grunde ja schon, nur die benötigen viel Platz. Es gibt zahlreiche flache Dächer. Was spricht dagegen eine Dachpflanzenkläranlage zu entwickeln?

Grundsätzlich ein guter Gedanke. Pflanzenkläranlagen säubern das Wasser ebenso gut wie klassische Kläranlagen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Auch bei der Abwasserreinigung kommen biologische Komponenten zum Einsatz.

1999 der erste Test auf einem Flachdach – zunächst auf einer Fläche von zwei Quadratmetern. Dafür benötigt man Pflanzen mit gewissen Eigenschaften. Sie müssen in der Lage sein, Temperaturen von minus 20 Grad bis 60 Grad plus auszuhalten, um das ganze Jahr über leistungsfähig zu sein. Angebracht auf einem Dach, dürfen sie zudem nicht zu schwer sein. Gesuchte wurde nach Pflanzen, die auf ihren eigenen Wurzeln im Wasser stehen können und ohne Erde auskommen.

Passende Pflanzen ließen sich nach einigen Versuchen finden, die chemielose Wasserreinigung konnte beginnen. Doch das ist längst nicht alles. Die Pflanzen nehmen CO2 auf und reduzieren den Feinstaub. Sie säubern also auch die Luft. Zusätzlich böten die Pflanzen auf dem Dach Isolierschutz. Im Sommer sei es darunter um einige Grad kälter, im Winter etwas wärmer.

Bis um die Hälfte billiger als eine herkömmliche, chemische Klärung ist die Pflanzenkläranlagen: Anschaffungs- und Wartungskosten seien geringer und am Ende spart man noch die Abwassergebühr. Das ökologisch geklärte Wasser gilt nämlich nach den strengen deutschen Richtlinien als gereinigt. So kann es beispielsweise zur Bewässerung von Feldern oder für die Toilettenspülung wieder verwendet werden. Nur trinkwassertauglich ist es noch nicht, aber auch daran wird weiter geforscht.

Auch für Privathaushalte ist eine Dachpflanzenkläranlagen vorstellbar. Nach Berechnungen benötigt man pro Person lediglich eine Fläche von durchschnittlich vier Quadratmetern an Pflanzen. In ländlichen Gebieten, wo keine Abwassersysteme vorhanden sind, ist der Einsatz einer Pflanzenkläranlage durchaus vorstellbar, eine Dezentralisierung in Ballungsräumen ist nicht unbedingt erstrebenswert.

Für den Aufbau einer Pflanzenkläranlage benötig man zudem noch nicht einmal ein Flachdach. Eine Anlage kann auch in Kaskadenform auf jedes Giebeldach gebaut werden. Das Gewicht der Pflanzen ist dabei kein Problem. Die Anlage wird an die ausgewiesene Traglast eines Daches angepasst. Damit bleibt allerdings wenig Spielraum für zusätzlichen Schnee im Winter, doch dieser schmelze im Wasser der Pflanzen. Bei extremer Kälte müsse notfalls warmes Wasser zugeführt oder die Anlage beheizt werden. Das übernimmt dann eine Photovoltaikanlage, die extra dafür aufgebaut wird.

Es ist also durchaus vorstellbar, dass solche Pflanzenkläranlagen in naher Zukunft auch auf den Dächern von Privathäusern stehen – wenn vielleicht auch eher in ländlichen Gebieten.

In der Pflanzenkläranlage schwimmen Lilien-, Schilf- und Binsengewächse im seichten Wasser. Die Reinigung erfolgt durch Mikroorganismen, die sich im dichten Wurzelgeflecht der Pflanzen bilden. Diese Pilze, Bakterien und Algen absorbieren und zersetzen den Schmutz. Insgesamt kommen sieben verschiedene Pflanzenarten zum Einsatz, jede ist für einen bestimmten Reinigungsschritt zuständig.

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